Studienauftrag zur geschlechterspezifischen Medizin

DGGZ begrüßt Entscheidung des Bundesforschungsministeriums

Presseinformation der Deutschen Gesellschaft für geschlechterspezifische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / DGGZ vom 17. Mai 2011

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) intensiviert seinen Einsatz für geschlechtermedizinische Forschung und Lehre: Nach einer Projektförderung des Instituts für Geschlechterforschung in der Medizin (GiM) an der Charité hat das Ministerium nunmehr der renommierten und vielfach ausgezeichneten Professorin Bettina Pfleiderer, Universität Münster/Klinische Radiologie, einen entsprechenden Studienauftrag erteilt. Die Leiterin der Arbeitsgruppe "Cognition and Gender" wird hier erkunden, welches Wissen zu geschlechterspezifischen Aspekten in der Medizin bereits vorhanden ist. Entwickelt werden soll ein Programm für die Lehre, um entsprechendes Wissen bereits in der Studienzeit zu vermitteln. Das BMBF in einer Meldung zur Thematik: „Männer und Frauen sind verschieden. Das gilt sowohl für ihre biologischen Eigenschaften als auch für ihre Lebensbedingungen und Lebensweisen und damit auch hinsichtlich Gesundheit und Krankheit.“ Zukünftig müssten „bei der medizinischen Forschung beide Geschlechter angemessen in Untersuchungen einbezogen werden“, damit nicht nur Männern, sondern auch Frauen eine evidenzbasierte Medizin zugute komme. Bundesforschungsministerin Annette Schavan: „Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und der Qualität unseres Gesundheitswesens.“

"Wir begrüßen diese weitere Entwicklung außerordentlich", so PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Präsidentin der DGGZ/Deutsche Gesellschaft für geschlechterspezifische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, die ebenfalls in Verbindung zum BMBF steht. Viele zurückliegende Fachkongresse zur Thematik in der Medizin und zunehmend auch in der Zahnmedizin belegten die Bedeutung für Prävention und Therapie und fänden sich mehr und mehr als Thema auch bei Fachkongressen wissenschaftlicher Gesellschaften wie u.a. der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin sowie, mit eindrucksvollen Fakten, auch in der Kardiologie und der Transplantationsmedizin. "Auch in der Zahnmedizin, zumal wenn wir sie interdisziplinär betrachten, haben wir inzwischen handfeste Daten, die ein deutliches Signal setzen: Hier müssen wir unbedingt weiter Wissen gerieren. Die DGGZ hat sich der Thematik angenommen und ist hocherfreut über die kooperierende Zustimmung der zahnmedizinischen Wissenschaft", so Dr. Gleissner. Das entsprechende Infoportal (www.dggz-online.de) werde nach einer Änderung des geplanten Konzepts derzeit im Hintergrund fertiggestellt und zum Frühsommer online gehen.