WECHSELJAHRE: Zähne brauchen besondere Aufmerksamkeit

proDente-Pressedienst Februar 2012:

Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen – diese Symptome bringen die meisten Menschen in Zusammenhang mit Beschwerden während der Wechseljahre. Die wenigsten wissen, dass auch die Zahn- und Mundgesundheit unter den hormonellen Schwankungen leiden kann. Sie benötigt deshalb erhöhte Aufmerksamkeit in dieser Lebensphase.

Hormonelle Schwankungen können in den Wechseljahren zu Zahnfleischentzündungen führen. Diese Sonderform nennt man hormonelle Gingivitis. Typischerweise verändert sich zunächst das Zahnfleisch: Es schwillt an und lässt schädigende Stoffwechselprodukte von Bakterien leichter passieren. Folglich kommt es häufiger zu Zahnfleischbluten. Aus Angst vor weiterem Bluten putzen viele der betroffenen Frauen die Zähne seltener und weniger gründlich als zuvor. Deshalb bilden sich vermehrt Zahnbeläge, die wiederum Grundlagen für Karies und Zahnfleischerkrankungen sind. „Gründliche Mundhygiene ist also auch bei hormonell bedingten Zahnfleischerkrankungen die Basis zur Vorbeugung und zur Behandlung“, erklärt Prof. Dietmar Oesterreich von der Initiative proDente. In dieser Lebensphase sollte beim Zahnarzt vorbeugend eine Professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden.

Hormon & Kalzium für den Kieferknochen

Mit den Wechseljahren kann sich der sinkende Hormonabfall auch auf die Knochen auswirken. Der Körper produziert keine Östrogene mehr, die den Knochen schützen. Die Folge: Die Knochendichte verringert sich. Auch für den Kieferknochen wird dies in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert und derzeit nach den möglichen Zusammenhängen geforscht. Statistische Zusammenhänge zwischen Zahnverlust und Osteoporose weisen auf die Schlussfolgerung hin, dass Osteoporose ein Risikofaktor für Parodontitis sein kann. Deshalb sollten Frauen in den Wechseljahren ihre Zähne regelmäßig vom Zahnarzt überprüfen lassen, am besten zwei Mal im Jahr.

Zungenbrennen

Die Ursachen von Zungenbrennen sind vielfältig und oftmals psychisch bedingt. Auffallend häufig fällt das Auftreten der Beschwerden mit dem Beginn der Wechseljahre zusammen, was auch auf einen hormonellen Einfluss schließen lässt. Die Zunge der Betroffenen juckt, kribbelt und brennt unaufhörlich. Patienten berichten, dass die Missempfindungen beim Essen in den Hintergrund treten und daher nicht stören.

Um das Brennen und Kribbeln etwas zu lindern, ist eine sorgfältige Mundhygiene wichtig. Dazu gehört auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Alkohol und Nikotin sollten dagegen vermieden werden, da diese nicht nur lokal zusätzlich reizen sondern auch die Speichelproduktion negativ beeinflussen. Ebenso stark gewürzte und saure Lebensmittel, welche die Mundschleimhaut reizen könnten. Lokal angewendete Lösungen, die die Mundschleimhaut betäuben, können die Symptome teilweise lindern. Manchen Patienten helfen auch Mundspülungen mir kühlem Salbeitee oder Salzwasser.

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