DATENLAGE BETRACHTET: Unterschiede in der Mundgesundheit

Wo unterscheiden sich Männer und Frauen in der Mundgesundheit? Die Redaktion des GZ-Journals blätterte durch die DMS IV und den Barmer GEK Zahnreport.

DMS IV

Blickpunkt: Karies
42 % aller Männer (Alter 35 – 44 Jahre) haben einen DMFT < 13, aber nur 31 % aller Frauen. Der schlechte Wert für die Frauen zeigt sich auch bei höherer Kariesrate: 55 % aller Frauen haben einen DMFT von 13 – 20, aber nur 43 % aller Männer. Bei der älteren Bevölkerung (65 – 74 Jahre) bleibt es dabei, dass Frauen mehr Karies haben: 26 % der Frauen haben den (vergleichsweise) niedrigen Karieswert von < 21, aber immerhin 40 % der Männer. Und bei den höheren DMFT-Werten (21 – 27) finden sich mit 41 % wieder die Frauen und nur 30 % die Männer.
Interessant: Wurzelkaries haben von den 35 – 44-Jährigen dagegen eher die Männer (26 % vs. 17 %), in höherem Alter gleicht sich das aber an. Männer zeigen zudem mehr Zahnhalsdefekte, Frauen dagegen mehr verlorene Zähne.

Blickpunkt: Parodontalerkankungen
Frauen haben zwar mehr Karies – aber sie haben weniger Plaque: 43 % aller Frauen (35- 44 Jahre) haben wenig Plaque im Vergleich zu 28 % aller Männer. Erkennbare Plaque haben 42 % der Männer, aber nur 35 % der Frauen. Auch bei „viel Plaque“ liegen die Männer vorn, aber nicht mehr so deutlich. In der höheren Altersgruppe bleiben die Unterschiede: Wenig Plaque haben 24 % aller Frauen, aber nur 16 % aller Männer. Bei „erkennbarer Plaque“ nähern sich die Werte etwas an, bei „viel Plaque“ differieren sie aber wieder deutlich (Männer: 43 %, Frauen: 34 %).

Blickpunkt: Zahnverlust
Im Alter 35 – 44 Jahre ist der Zahnverlust weitgehend gleich hoch: 2,7 und 2,8 Zähne. Im höheren Alter sind Frauen deutlich öfter zahnlos, 24 % gegenüber 16 % der Männer. Und sie sind öfter im Unterkiefer zahnlos als die Männer: 26 % zu 20 %, im Oberkiefer dagegen ist die Zahnlosigkeit mit 29 % bei den Männern und 33 % bei den Frauen etwas angeglichener.
Vollbezahnt (kein Zahneratz-Bedarf) waren doppelt so viele Männer wie Frauen (5,5 % zu 2,6 %). Trotzdem ist der Versorgungsbedarf bei den Männern mit 7 % deutlich höher als der von Frauen mit 4,4 %.
Eine Totalprothese hatten 28 % der Männer und 32 % der Frauen, herausnehmbaren Zahnersatz 23 % der Männer und 28 % der Frauen.

Barmer GEK Zahnreport

„Inanspruchnahme“ und weitere Daten
Laut Zahnreport liegt der Anteil der Männer mit Zahnarztkontakt bis zum 69. Lebensjahr unter dem Anteil der Frauen, danach dreht sich das Verhältnis um. Frauen haben (Stichwort: Behandlungsfälle) bis in die Altersgruppe der 65- bis unter 70-Jährigen im Durchschnitt etwas mehr Behandlungsfälle als Männer, danach schneiden sich die Kurven.
Frauen haben im Durchschnitt eine höhere Zahl von Leistungen und verursachen damit höhere Ausgaben als Männer, obwohl sie im einzelnen Behandlungsfall weniger Leistungen erhalten als Männer (aber: mehr Behandlungsfälle pro Jahr). Die Barmer „kostet“ ein Mann pro Jahr im Schnitt 99,90 Euro und eine Frau 106,14 Euro. Im Alter wird die Behandlung allerdings nicht teurer: Ab etwa dem 70. Lebensjahr fallen die zuvor stetig, aber moderat gestiegenen Kosten bei Frauen und Männern ab, im Alter von 90 Jahren liegen sie bei Frauen bei rund 40 Euro und bei Männern bei rund 60 Euro.

Bei Füllungen (Leitungen gemäß BEMA 13a bis 13g) führen bis zum Alter von 55 Jahren die Frauen, dann dreht sich das und die Füllungen bei Männern werden häufiger. Vermutung der Barmer GEK zu den zuvor höheren Füllungswerten bei den Frauen: Frauen naschen öfter. Bei Extraktionen führen ab dem 25. Geburtstag (erst leicht, dann deutlicher) bis zum Schluss die Männer. Dabei werden bei etwas mehr Frauen als Männern OPGs gemacht, ab dem 70. Lebensjahr etwas bei mehr Männern.

Bildquelle: proDente