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"DER KLEINE UNTERSCHIED": Gender Dentistry International bei der „Sommerakademie 2017“

News vom 19. Juli 2017

Es gibt Anfragen, die kann man nicht ablehnen, zumal wenn das Herz für die Sache glüht: So eine Anfrage erging vor einigen Monaten an PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Präsidentin der wissenschaftlichen Fachgesellschaft Gender Dentistry International e.V. (GDI). Der Absender: Prof. Dr. Johannes Einwag. Er suchte als...

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Es gibt Anfragen, die kann man nicht ablehnen, zumal wenn das Herz für die Sache glüht: So eine Anfrage erging vor einigen Monaten an PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Präsidentin der wissenschaftlichen Fachgesellschaft Gender Dentistry International e.V. (GDI). Der Absender: Prof. Dr. Johannes Einwag. Er suchte als Thema für die diesjährige Sommerakademie des Zahnmedizinischen FortbildungsZentrums Stuttgart ein spannendes Thema, das nicht alltäglich in der Fortbildungslandschaft ist und auch für die Teilnehmer aus dem Bereich des Praxispersonals brauchbare Botschaften bietet.
Unter dem Titel „Der kleine Unterschied“ subsumierten sich schließlich am 7. und 8. Juli 2017 in Ludwigsburg verschiedene Facetten des Themas, das auch über das Geschlechter-Thema hinausreichte. Rund 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen ins Forum Ludwigsburg in der Nähe des barocken Schlosses und genossen zwei volle Tage mit spannenden, eher selten auf die Bühne gebrachten Themen, eine großzügige Bewirtung nicht zuletzt open air und eine eindrucksvoll familiäre Atmosphäre. In der begleitenden gut besuchten Ausstellung fanden sie auch einen Partner-Stand von GDI und dem Dentista e.V., dem Wegbereiter des Themas in der dentalen Szene.
Auf der gemeinsamen Pressekonferenz dankte Professor Einwag für die gute Zusammenarbeit mit den beiden Organisationen und betonte die Besonderheit der Sommerakademie, immer etwas über den Tellerrand hinauszuschauen – insofern sei das Thema weiter gefasst. Den Rahmen um das Kernthema Gender Dentistry bildete im Vorprogramm der „kleine Unterschied hohes Alter“ und am Samstagvormittag der „kleine Unterschied“ in der Intensivprophylaxe bei Patienten mit spezifischen Besonderheiten.

Auch das Kernthema war in verschiedene Facetten geteilt und startete unter dem Thema „Vom Männerschnupfen und anderen tödlichen Erkrankungen“ mit einem Ausflug in die aktuelle Gender-Medizin mit Prof. Dr. Dr. h.c. Vera Regitz-Zagrosek, Präsidentin der Deutschen und Gründungspräsidentin der Internationalen Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin. Sie stellte die biologischen Unterschiede männlicher und weiblicher Patienten insbesondere im Bereich der Kardiologie und der Pharmakotherapie dar. So sind bei großen Anstrengungen Frauen besser vor plötzlichem Herztod geschützt als Männer – ein Umstand, für den es noch keine Erklärung gibt. Schon deutlich mehr wisse man über die unterschiedliche Wirkung von Medikamenten bei weiblichen und männlichen Patienten, was aber nicht bedeute, dass dieses Wissen bereits überall in den Praxen angekommen sei. Zudem werde nach wie vor die Arzneimittelforschung zumeist an weißen Männern durchgeführt und dabei außer acht gelassen, dass das Hormon- und Stoffwechselsystem bei den Männern und Frauen unterschiedlich arbeite. Frauen mit kardiologischen Erkrankungen werden zudem weniger intensiv behandelt als Männer in vergleichbarer Situation. Hier sei noch viel Aufklärungsarbeit notwendig, erste Anfänge zeigten bereits gute Lernkurven in den Praxen.
Aus dem Forschungsbereich Gender Dentistry berichtete PD. Dr. Dr. Gleissner unter dem Titel „Von lsquo;Frauen-Zähnen’ und lsquo;Männer-Knochen’“ und gab Anregungen mit auf den Weg zurück in die Praxis, worauf man bei der einen oder anderen Patientengruppe ein besonderes Auge haben müsse. Es gebe weit mehr Unterschiede zwischen Patientinnen und Patienten als die „Schwangerschaftsgingivitis“. Schon 1996 habe eine DH in Kanada trefflich dargestellt, dass „Zähne“ bei Männern und Frauen nicht gleich sein können, da sie in einem Männer- oder einem Frauenkörper steckten – hier habe der vorhergehende Beitrag ja bereits einige grundsätzliche Aspekte nicht zuletzt zu hormonellen Unterschieden dargelegt. Auch wenn die Zähne von Männern und Frauen – freigestellt betrachtet – optisch nicht einem Geschlecht zuzuordnen waren, wie eine Studie ergab, seien sie strukturell doch unterschiedlich. Männerzähne zeigten ein dickeres Dentin, eine größere Pulpakammer und einen kraftvolleren Knochen als Lager, weitere anatomische Unterschiede gebe es auch im Bereich weiterer oraler Strukturen. Weltweit zeigten entsprechende Studien, dass Frauen eher zu Karies neigten, unabhängig vom Putzverhalten, Männer wiesen dagegen mehr schwere Parodontalerkrankungen auf. Zwar gebe es in der Zusammensetzung der oralen Mikroflora keine Unterschiede, wohl aber bei den Wirtsfaktoren. Zu den spannenden Herausforderungen gehöre die Suche nach genetischen Gründen für geschlechterspezifische Unterschiede, hier spielte das X- und das Y-Chromosom und besonders das Amelogenin bei der Schmelzbildung eine Rolle. Rund 1000 Gene auf dem X-Chromosom würden mit dem Immunsystem in Verbindung gebracht. Allerdings dürfe man bei Gender Dentistry nicht nur die biologischen Unterschiede, von denen sie weitere darstellte wie den Komplex „Schmerz & Angst“, beachten, sondern müsse auch die soziologischen Besonderheiten von Männern und Frauen und ihre „Rollenbilder“ berücksichtigen. Als Beispiel nannte sie die Rauchentwöhnung, die schon allein deshalb bei Männern und Frauen unterschiedlich ausgerichtet sein muss, weil das Rauchen selbst verschiedene Bedarfe erfülle.

Amüsant, aber ebenfalls lehrreich für die Praxis wurde es in den beiden nachfolgenden Vorträgen unter dem Stichwort „Gender Dentistry“. Neben manchen anderen Aspekten zeigte ein Saal-Test unter Führung von Referentin Sabine Nemec, Marketing-Beraterin und Autorin, dass es mit dem Farben erkennen bei Männern und Frauen unterschiedlich bestellt ist: Frauen sehen eindeutig mehr Zwischentöne. „Frauen hören anders, Männer auch“, sagte sie und machte den Faktor Kommunikation mit zahlreichen Wiedererkennungs-Beispielen aus dem Lebensalltag deutlich. Mit interaktiven Fragerunden ins Auditorium arbeitete auch Kommunikations- und Marketingexperte Prof. Dr. Gerd Nufer, der das Thema weiter fortführte und darstellte, dass Frauen anders entscheiden als Männer und wie man etwas anbieten muss, damit es Frau Patientin oder Mann Patient gefällt.

Nach viel Beifall für Veranstalter Professor Einwag und die Referenten ging es dann gemeinsam zum abendlichen Ausklang in den Garten des Forums: Für Grill und Wein und einen schönen Sommerabend konnten sich die männlichen und überwiegend weiblichen Teilnehmer der Sommerakademie gleichermaßen begeistern.

ZUM BILD: Die wissenschaftliche Fachgesellschaft Gender Dentistry International war Programm-Partner der diesjährigen Sommerakademie des Zahnmedizinischen FortbildungsZentrums Stuttgart unter Leitung von Prof. Dr. Johannes Einwag; Präsidentin PD Dr. Dr. Christiane Gleissner brachte zudem als Referentin aktuelle Daten aus der Forschung für die Praxis mit (Bildquelle: ZFZ)

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GENDER DENTISTRY INTERNATIONAL: Wissenschaftspreise 2016 für Dr. Theresia Janke und Prof. Dr. Michael Hülsmann

News vom 13. November 2016

Im Rahmen der Mitgliederversammlung 2016 des Gender Dentistry International e.V. am Rande des Deutschen Zahnärztetages in Frankfurt wurden am 11. November erstmals die beiden neu geschaffenen Wissenschaftspreise des GDI e.V. verliehen. Mit der Auszeichnung schlägt die soeben fünf Jahre alt gewordene Fachgesellschaft...

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Im Rahmen der Mitgliederversammlung 2016 des Gender Dentistry International e.V. am Rande des Deutschen Zahnärztetages in Frankfurt wurden am 11. November erstmals die beiden neu geschaffenen Wissenschaftspreise des GDI e.V. verliehen. Mit der Auszeichnung schlägt die soeben fünf Jahre alt gewordene Fachgesellschaft das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte der gender-fokussierten Forschung in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde auf. Die Fachgesellschaft verleiht bewusst zwei Auszeichnungen: den mit 2000.- Euro dotierten „Nolting Award for Studies in Gender Dentistry“, der sich an die jungen Kolleginnen und Kollegen am Anfang ihrer beruflichen Karriere richtet, und den „GDI Award for Excellence in Gender Dentistry“ als Ehrung erfahrener Wissenschaftler und Hochschullehrer für Forschung und Lehre im Bereich der geschlechterspezifischen Zahnheilkunde.....

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Gender Dentistry International: Neuer Wissenschaftspreis ausgeschrieben

News vom 27. September 2016

Wissen fördern und Wissen fordern – unter dieser Überschrift steht die Ausschreibung des neuen Wissenschaftspreises des Gender Dentistry International e.V. rund um geschlechterspezifische Aspekte in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, der in diesem Jahr erstmals verliehen werden wird....

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Wissen fördern und Wissen fordern – unter dieser Überschrift steht die Ausschreibung des neuen Wissenschaftspreises des Gender Dentistry International e.V. rund um geschlechterspezifische Aspekte in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, der in diesem Jahr erstmals verliehen werden wird. „Schon vor Gründung unserer Fachgesellschaft im Jahr 2011 haben wir gesehen, dass nicht nur in der Medizin berechtigterweise immer öfter der Blick auf das Geschlecht des Patienten fällt, wenn es um die für ihn beste Therapie geht“, sagt PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Präsidentin des GDI, „sondern dass wir in der Zahnmedizin ebenfalls Daten haben, die Konsequenzen einfordern.“ Zumindest da, so Gleissner, wo die Daten relevante Unterschiede erkennen lassen und Anlass zu einer Überprüfung des Behandlungskonzeptes einfordern. Nach wie vor würden in der Zahnmedizin zu selten Studien geschlechterspezifisch ausgewertet: „Beim Studiendesign sehen wir zwar, dass Daten von Frauen und Männern erhoben wurden, fragen wir aber nach entsprechenden Auswertungen, stoßen wir immer wieder auf Irritation. Das muss ein Ende haben – und auch dafür steht der neue Wissenschaftspreis. Wir fördern entsprechende Studien, aber wir fordern sie auch! Die bisher zur Verfügung stehenden Daten liefern genug Anhaltspunkte, dass ein Arbeiten an diesem Thema mehr als gerechtfertigt ist. Denen, die an weiteren Erkenntnissen arbeiten, zollen wir Anerkennung und Dank. Dafür steht der neue Preis.“

Genaugenommen sind es zwei Preise, die der GDI verleiht – zum einen den dotierten „Nolting Award for Studies in Gender Dentistry“, der sich an junge Kolleginnen und Kollegen richtet und Dissertationen, Promotionsarbeiten oder Masterthesen auszeichnet, zum anderen den „GDI Award for Excellence in Gender Dentistry“, mit dem beispielsweise Hochschullehrer für ihr Engagement in Forschung und Lehre geehrt werden.

Benannt ist der Nolting Award for Studies in Gender Dentistry nach seinem Stifter, Dr. Tim Nolting M.Sc., Vizepräsident des GDI. „Als Sohn eines Endokrinologen war mir eine differenzierte Blickweise auf die Prozesse des menschlichen Körpers immer schon sozusagen mit dem Frühstücksbrot eingegeben,“ so Nolting. „Alle Menschen sind doch individuell beispielsweise in Alter, Herkunft, aber eben auch Geschlecht, und müssen auch so in der Diagnose und Therapie behandelt werden. Ich habe lange nach Mitstreitern für diese Idee gesucht, die bei vielen damals Kopfschütteln ausgelöst hat. Nun sind wir soweit, dass der Begriff “Gender„ nicht mehr wie ein Schimpfwort verwendet wird.“ Unter Gender sei nicht nur der biologische Unterschied zu verstehen, sondern eben auch der soziale Unterschied wie Bildung, soziales Umfeld, ethnischer Einfluss und vieles mehr. „Ich habe immer angemahnt, dass man individuell therapieren muss, nicht über einen Kamm scheren darf. Mit der Aufgabe als GDI-Vizepräsident sehe ich mich in der Verantwortung, andere zu ermutigen, ebenso differenzierend an Patienten und Forschungsfragen heranzugehen.“ Mit der Stiftung des alle zwei Jahre verliehenen Förderpreises möchte er erreichen, dass die entsprechende Herangehensweise in der Forschung einen größeren Stellenwert erhält: „Dieser Preis soll junge Forscher anregen“, so Nolting, „den Blick auch auf die feinen Unterschiede zu richten, damit unsere Therapie individueller und damit treffsicherer wird.“ Die Gender Dentistry stecke zwar nicht mehr in den Kinderschuhen, es sei aber noch ein weiter Weg, „bis wir wie selbstverständlich in allen Bereichen damit umgehen. Ich bin begeistert, wieviel wir vom ersten Ideenfunken bis heute schon erreicht haben und die gläserne Gedankendecke in vielen Köpfen aufsprengen konnten, die vieles bisher verhindert hat.“


HINWEISE ZU DEN EINREICHUNGSFRISTEN
Alle Angaben finden Sie unter dem nachstehenden Link.

Bild: GDI-Präsidentin PD Dr. Dr. Christiane Gleissner und Dr. Tim Nolting M.Sc., Vizepräsident und Stifter des "Nolting Award for Studies in Gender Dentistry"

 

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